SITE::EVENT_TYPE_EXPOSITION

NEO RAUCH - DIE MITTE

Die Mitte ist eine Übersicht über Rauchs jüngste Gemälde, kombiniert mit einer besonderen Kategorie aus seinem Frühwerk - der 1993 und 1994 entstandenen Serie von Tondi.

+ 3 foto's

In den 1990er Jahren eroberte Neo Rauch mit seinen figurativen Gemälden die Kunstwelt. Damals fielen seine Bilder aus dem Rahmen der zeitgenössischen Kunst: Sie waren weder abstrakt noch konzeptionell. Seine Vorliebe für Comics, seine Herkunft aus der DDR und die Neugierde weckende, schwer fassbare Art seiner Erzählungen machen Rauch noch rätselhafter. Er ist ein prominenter Wegbereiter der großen Rückkehr der Figuration in der bildenden Kunst, und mit und durch ihn erlangte Leipzig einen internationalen Ruf als Malerstadt.

Neo Rauch bewegt sich durch die Zeit und widersetzt sich gerade ihrem linearen Verlauf. Er verbindet ohne Zögern Zeiten, Bedeutungen, Stile und Motive zu einem zutiefst persönlichen Universum. Seine Gemälde sind mythische und doch sehr realistische Welten, instabil und voller Turbulenzen, die unendlich viele Interpretationen zulassen. Als Betrachter lädt Rauch dazu ein, sich mit seinen Bildern auf eine sehr persönliche Weise auseinanderzusetzen. Ist man erst einmal in seine Welt eingetreten, verliert man Schritt für Schritt den Halt, bis alles, was sicher schien, plötzlich ungewiss ist. Seine Bilder sind eine geheimnisvolle und persönliche Reise, die Verwirrung stiftet und gleichzeitig Halt gibt, denn Rauchs Reisebegleiter und Gefährten umarmen auch den Betrachter.

Die Tondi von 1993 und 1994 markieren den Beginn von Rauchs aktueller Bildsprache. Diese Serie runder Gemälde entsteht nach einem eindringlichen Traum, der seine Herangehensweise an die Malerei grundlegend verändert. Davor zögert Rauch eine Weile, welchen Weg er einschlagen soll; der Traum ist ein Wegweiser seines Unterbewusstseins, um zum Wesentlichen, zur Figuration, zurückzukehren und die Abstraktion loszulassen.

Nach dem Tondi macht die Ausstellung einen Zeitsprung von 25 Jahren. In seinen jüngsten Gemälden scheint Rauch zunehmend an das Zeitalter der Aufklärung und der Romantik, an das 18. und 19. Jahrhundert anzuknüpfen. Hier suchen seine Figuren nach Gleichgewicht, Träumen und Kunst und kämpfen entschlossen gegen Ideologen und Störenfriede. Der Zeitreisende Rauch scheint die Verwirrung und den Verfall im 20. und 21. Jahrhundert zu kommentieren, vor dem hoffnungsvollen Hintergrund des 18. und 19. Jahrhunderts.

Die Mitte ist die zweite Ausstellung, die das Museum de Fundatie der Malerei von Rauch widmet. Im Jahr 2018 zeigte sie Neo Rauch - Dromos, eine Übersicht seiner Gemälde von 1993 bis 2017.

Mit Die Mitte erscheint ein Katalog mit Texten von Hubertus Gassner, Hans den Hartog Jager, Ralph Keuning, Bettina Krause und Uwe Tellkamp. Eine Veröffentlichung von Waanders Publishers und Museum de Fundatie.

Wann

10 Sep - 8 Jan 2023
  • Jeden Dienstag: - Uhr
  • Jeden Mittwoch: - Uhr
  • Jeden Donnerstag: - Uhr
  • Jeden Freitag: - Uhr
  • Jeden Samstag: - Uhr
  • Jeden Sonntag: - Uhr